Ausstellung “Residenzpflicht – Invisible Borders” im 603qm

Ausstellung „Residenzpflicht – Invisible Borders

Ort: 603qm
Wann: 20.Feb – 9.März 2012

Gleichzeitig lecker Cafe!

Flüchtlinge in Deutschland
Landkreise haben unsichtbare Grenzen, oft Mitten auf einer Strasse, im
Wald oder auf einer Wiese, sind sie für uns kaum wahrnehmbar und spielen in unserem Alltag auch keine besondere Rolle. Ganz anders sieht es da für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Status der Duldung aus. Sie dürfen sich aufgrund der sogenannten Residenzpflicht nur innerhalb eines staatlich zugewiesenen Landkreises oder Bundeslandes bewegen. In Hessen ist die Residenzpflicht zwar auf die Regierungsbezirke ausgedehnt, geduldeten Asylbewerbern kann sie aber auf die jeweiligen Landkreise beschränkt werden.

Diese Regelungen liefert Flüchtlinge und AsylbewerberInnen der Willkür der Behörden aus, die über Ausnahmegenehmigungen zu entscheiden haben. Der Besuch von Freunden, Veranstaltungen, Ärzten, Feiern oder auch jeglicher Ausflug kann somit zu Prozessen, Geld und sogar Gefängnisstrafen führen, da Verstöße gegen die Residenzpflicht im Wiederholungsfall als Straftat gelten. Dabei nehmen diese Menschen nur ihre von der Bundesrepublik ratifizierten Menschenrechte in Anspruch, wonach jede und jeder das Recht auf Freizügigkeit innerhalb des Staates hat (Artikel 13 (1)).

Flüchtlinge haben aber auch mit vielen weiteren Einschränkungen zu kämpfen. So sind sie
verpflichtet unter Aufsicht in Flüchtlingslagern und Containern zu
leben, die meistens von der restlichen Gesellschaft räumlich
abgeschottet liegen. Rassistische Anfeindungen, staatliche
Diskriminierung in Form von bindenden Lebensmittelgutscheinen und
ständigen Personenkontrollen führen zu einer weiteren Ausgrenzung von
Flüchtlingen.

Die Ausstellung
Die Ausstellung „Residenzpflicht – Invisible Borders“ dokumentiert auf
vielfältige Weise die Folgen der restriktiven Asylpolitik Deutschlands
und die dadurch entstehenden Auswirkungen auf die Bewegungsfreiheit.
Die Ausstellung ist eine Collage aus Texten, Zitaten, Modellen sowie
Video- und Fotoinstallationen. Dabei wird nicht nur Wissen vermittelt,
sondern die Thematik räumlich erfahrbar macht. Vor allem kommen aber
auch Flüchtlinge selbst zu Wort. Sie berichten nicht nur, was es
bedeutet der deutschen Asylpolitik ausgesetzt zu sein, sondern zeigen
darüber hinaus auf, wo im Alltag Widerstand geleistet wird.

Zeitgleich zur Ausstellung wird ein Rahmenprogramm erstellt, welches
schon bald auf der Seite des AStA einsehbar sein wird.
Wann: Die Ausstellung wird vom 20 Februar bis zum 9 März im 603qm zu
sehen sein

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